mal so...
.... oder so

Singen im Chor macht Freude und Freunde!

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Aus dem Hamburger Abendblatt     |

Heike Linde-Lembke

 

Der Männerchor Friedrichsgabe

"Alster Nord" feiert am Sonntag seinen 75. Geburtstag mit einem großen Konzert im Festsaal am Falkenberg.

 

 Zum Chor "Heidelust" nach Quickborn war ihnen der Weg einfach zu weit. Und zu beschwerlich. Denn sie mussten zu Fuß gehen, und obendrein sangen dort auch noch Frauen mit! Das war 1936, und die sangesfreudigen Herren aus Friedrichsgabe wollten das volkstümliche Liedgut pflegen und gesellige Zeiten miteinander verbringen. Kurzentschlossen gründeten sie am 16. Januar 1936 im damaligen Gasthaus "Wenzel's Gasthof" einen eigenen Chor, einen reinen Männerchor. 30 Sänger waren sie, der Mitgliedsbeitrag betrug 40 Pfennig pro Monat, ihren Chor nannten sie dem Zeit-(Un)Geist entsprechend "Volkschor Heidelust".

Die Existenz des neuen Chores sprach sich rasch bis ins Nachbardorf Harksheide rum, und spontan gesellten sich einige Harksheider Herren zum neuen Friedrichsgaber Chor. Seit 16. Juni 1962 gehört der Chor zur Chorgemeinschaft "Alster Nord".

Am Sonntag, 23. Oktober, feiert deshalb nicht nur der Männerchor Friedrichsgabe seinen 75. Geburtstag, sondern die ganze Chorgemeinschaft "Alster Nord" lädt zum Jubiläumskonzert in den Festsaal am Falkenberg am Langenharmer Weg 90 ein. Das Konzert beginnt um 16 Uhr.

"Ich singe seit 40 Jahren in diesem Chor", sagt Maximilian Mader, mit 88 Jahren ältester Chorsänger bei "Alster Nord". Der rüstige Senior kommt aus Kaiserwalde in Schlesien, dem heutigen Cisarsky in der Tschechischen Republik. Als sein Sohn starb, suchte er Gesellschaft.

Für den Bass-Sänger war die Zeit mit Chorleiter Professor Dr. Adolf Detel die schönste: "Er hat uns ganz neue Seiten des Singens eröffnet und viele Chorsätze für uns geschrieben", erinnert sich Mader an den ehemaligen Professor der Hamburger Musikhochschule, der den Chor 1971 übernahm, bis zu seinem Tod im Dezember 1995 leitete und entscheidend prägte. Detel initiierte für alle Norderstedter Chöre das Singfest "norderstedt cantat" und das Drei-Chöre-Treffen mit Chören aus Norderstedts Partnerstädten.

Zweitältester Chorsänger ist Ewald Marunde, 86. Der ehemalige Norderstedter Bürgervorsteher (1964 für Harksheide, 1970 bis 1974 für Norderstedt) singt seit 25 Jahren mit. "Als ich 1988 in den Ruhestand ging, hatte ich endlich wieder Zeit zum Singen", sagt Marunde, der vor allem die etwas schwermütigen Kosakenchor-Gesänge liebt.

Zu den Harksheider Sängern gehörte auch der spätere Harksheider Bürgermeister Carl Lange, der mit dem Zusammenschluss der Orte zur Stadt Norderstedts Erster Stadtrat wurde. Lange leitete den Chor als erster Vorsitzender, musste Anfang 1940 den Vorsitz jedoch an Rudolf Hagen abgeben. Als SPD-Mann passte er nicht ins Schema der braunen Machthaber. Er weigerte sich strikt, in die NSDAP einzutreten und war obendrein Mitglied der "Schufo", die gegen Hitlers SA kämpfte. Dadurch verlor er auch seine Arbeit als Tischler. 1940 wurde Lange an die russische Front geschickt. Mit ihm mussten viele Sänger in den Krieg ziehen, der Chor schrumpfte auf sechs Männer. Eine musikalische Arbeit war ohnehin kaum noch möglich, da die Indoktrinierung der Nazis auch Gesellschaftsnischen wie den Harksheider-Friedrichsgaber Chor dominierte.

Dank vieler Hamsterkäufe wurde der zehnte Chor-Geburtstag ein großes Fest

Doch sie konnten vom Gesang nicht lassen, und so sprangen wieder einmal die Frauen ein und bildeten 1941 mit den Männern einen gemischten Chor.

Nach dem finstersten Kapitel Deutschlands machte sich auch der "Volkschor Heidelust" an den Wiederaufbau. "Jetzt erst recht!", lautete das Motto, unter dem die Sangesbrüder und -schwestern 1946 den zehnten Chor-Geburtstag feierten. Dank vieler Hamsterkäufe, so wird heute noch im Chor kolportiert, wurde es ein großes Fest. Auch musikalisch ging es wieder bergauf. Motor war Rudolf Quast, der den "Heidelustigen" neue Töne beibrachte. Neben Volkstümlichem standen Wiener Lieder auf dem Programm.

Inzwischen waren dem Chor die Frauen wieder abhanden gekommen, dafür standen 120 (!) Männer auf dem Podium, heute eine Traumquote für jeden Männerchor.

1962 gründete sich mit "Jungs holt fast" die Chorgemeinschaft Alster Nord

Zudem drängten immer mehr Harksheider zu den Sangesbrüdern. 1956 verabschiedeten die Herren sich von ihrem Chornamen "Volkschor Heidelust" und nannten sich "Männergesangverein Friedrichsgabe-Harksheide". 1962 schloss sich der Tangstedter Gesangsverein "Jungs holt fast" an, und die Chorgemeinschaft "Alster Nord" entstand. Doch der Männerschwund war nicht aufzuhalten, die Choristen sahen sich nach männlicher Verstärkung um, entdeckten in Quickborn den Männergesangverein "Vorwärts" von 1863, der sich zu "Alster Nord" gesellte.

Durch diese Chor-Hochzeiten vergrößerte die Chorgemeinschaft ihren Auftrittsradius, und zwar bis in die Pfalz zum Männergesangverein Hornbach, mit dem die Norderstedter seit 1983 einen regen Austausch pflegen. Drei Jahre später gründete Klaus Bankonin, seit 1973 Vorsitzender der Chorgemeinschaft und Präsident des Sängerbundes Schleswig-Holstein, den Frauenchor Norderstedt, und die Stadt hatte wieder einen gemischten Chor.

"Klaus Bankonin war mehr als 30 Jahre unser guter Geist", sagte Sänger Jens Beecken. Unter Adolf Detels Dirigat sangen die Männer nicht nur in Norderstedts französischer Partnerstadt Maromme, sondern auch im Kieler Schloss und in der Hamburger Musikhalle, heute Laeiszhalle. 1983 erhielt der Chor den Segeberger Kulturpreis.

Heute dirigiert Valentina Barth den doch in die Jahre gekommenen Männerchor mit viel Temperament und Schwung. Sie leitet auch das Jubiläumskonzert am Sonntag, das die Chorgemeinschaft mit Chören wie dem Chor "Lieth-Kontrast" aus Bad Bramstedt, dem Ensemble "stillos?" der Kreismusikschule und dem Pianisten Alexander Jung zu einem Chorfest gestaltet.

 

Die Chorgemeinschaft Alster-Nord sucht noch weitere Männer-Stimmen in allen Lagen und lädt zum Konzert ein. Dann stehen auch die De Steertpogg-Sängers mit auf der Bühne.

Norderstedt.  Die Norderstedter Chorlandschaft ist im Wandel. Vor allem die Männer orientieren sich neu. Grund: Die Norderstedter Männerchorgemeinschaft hat ihren Gesangverein im Dezember aufgelöst. Wir berichteten.

Nun suchen die Männer, die Lust und Freude am Singen und an der Geselligkeit haben, neue Chöre und treffen auf offene Türen. Neben dem Norderstedter Shanty-Chor Moorbekschipper, der von dem Aus der Chorgemeinschaft schon profitierte, buhlt auch die Chorgemeinschaft Alster-Nord um sangesstarke Herren.

„Sieben Sänger des Vereins haben sich unserem Chor bereits angeschlossen, jetzt suchen wir weitere“, sagt Adolf Wenthe, Vorsitzender der Chorgemeinschaft Alster-Nord. Durch die sieben neuen alten Sanges-Hasen habe das Stimm-Volumen zwar bereits kräftig zugelegt, doch könne der Chor noch weitere Stimmen vertragen. Derzeit ist der Männerchor mit elf ersten Tenören, fünf zweiten Tenören, neun ersten und neun zweiten Bässen besetzt.

 

 Singen trainiert das Gehirn und massiert die Seele.

Chorgemeinschaft Alster-Nord


Heike Linde-Lembke
Die Chorgemeinschaft Alster-Nord gibt auch im Norderstedter Kulturwerk unter der Leitung von Valentina Barth immer wieder Konzerte. Jetzt sucht der Chor neue Sänger

Die Chorgemeinschaft Alster-Nord gibt auch im Norderstedter Kulturwerk unter der Leitung von Valentina Barth immer wieder Konzerte. Jetzt sucht der Chor neue Sänger                                          Foto: Heike Linde-Lembke

Die Chorgemeinschaft Alster-Nord besteht aus zwei Chören, dem Männergesangverein Friedrichsgabe/Harksheide von 1936 mit 26 aktiven und acht passiven Mitgliedern, und dem Männergesangverein „Jungs holt fast“ aus Tangstedt von 1910 mit acht aktiven und 17 passiven Mitgliedern.

 

„Wir öffnen uns auch immer mehr dem Pop-Bereich und singen Schlager und Evergreens, denn nur mit Volksliedern und klassischen Werken können wir niemand mehr in ein Chor-Konzert locken“, sagt Wenthe.

„Singen bringt einfach Spaß, und ich wollte immer, wenn ich aufhören würde zu arbeiten, im Männerchor singen“, sagt Jens Beecken. „Mich erfüllt es einfach, wenn wir ein Lied singen, und es gelingt. Ich finde es auch gut, wenn die Chorleiterin uns richtig fordert und mit uns neue Chorliteratur erarbeitet“, sagt Ludwig Jacob. „Ich wollte immer schon im Männerchor singen“, sagt Peter Arndt.

„Singen bringt innere Freude, beseitigt schlechte Laune, kann Traurigkeit besiegen und wieder Mut machen“, sagt Adolf Wenthe. Zudem würde das Singen das Gehirn trainieren und die Seele massieren. „Die menschliche Stimme ist uns von der Natur mit gegeben, und mit ihr kommt man am leichtesten und schnellsten zum Erfolg“, sagt der Vorsitzende der Chorgemeinschaft Alster-Nord.

Wenthe freut sich vor allem darüber, was Chorleiterin Valentina Barth immer wieder aus „ihren“ Männern an Stimmvielfalt und -volumen herausholt. „Schließlich sind wir alles Laien“, sagt Wenthe und lädt zum nächsten Konzert am Sonnabend, 9. Mai, 16 Uhr, in den Festsaal am Falkenberg am Langenharmer Weg 90 in Norderstedt ein. Unter dem Titel „Bunt ist die Welt, bunt sind unsere Lieder“ singen die Männer quer durch die Lied-Literatur von Evergreens über Klassik bis Pop.

Mit auf die Bühne kommen De Steertpogg-Sängers, ein gemischter plattdeutscher Chor, und die Tanz- und Gesangsgruppe Ivuschka mit russischer Folklore. Karten zu sieben Euro gibt es im Vorverkauf und an der Tageskasse.

Wer vorher schon prüfen will, ob die Chorgemeinschaft Alster-Nord zu ihm passt: Geprobt wird immer donnerstags von 19 bis 21 Uhr jeweils im Wechsel zweimal hintereinander in der Altentagesstätte des Sozialwerks Norderstedt an der Kirchenstraße 53 in Norderstedt und im Gemeindehaus in Tangstedt. Infos gibt Adolf Wenthe unter Telefon 040/526 35 86.

 
 
 
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